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Das 1913 vollendete Drama mit Musik “Die glückliche Hand”
stellt neben dem Monodram “Erwartung” das musikdramatische Hauptwerk
aus Arnold Schönbergs expressionistischer Schaffensphase dar: Angesiedelt
im geistigen Umfeld der ästhetischen und weltanschaulichen Konzepte
Arthur Schopenhauers, August Strindbergs, Otto Weiningers und Wassily Kandinskys
und beeinflusst von theosophischem Gedankengut, verbinden sich hier Musik,
Gestik, Bühnenbild, Licht und Sprache zu einem neuartigen “Gesamtkunstwerk”,
in dessen gedanklichem Zentrum die ungeschlichtete Spannung zwischen Welt
und Kunst, Eros und schöpferischer Inspiration, sinnlicher und übersinnlicher
Bestimmung des Menschen steht. Der Anspruch auf umgreifende künstlerische
Welterschließung führt Schönberg in der “Glücklichen
Hand” zu einer neuen Auseinandersetzung mit jener tradierten Idee
des Symphonischen, die er zuvor in der “Erwartung” bewusst aufgegeben
hatte zugunsten eines Komponierens, das im Sinne unbedingter “Expressionslogik”
(Ernst Bloch) auf die Vermittlung des strukturell höchst verdichteten
Materials mit der zerrissenen Erscheinungsform verzichtet. In minutiösen
musikalischen Analysen zeigt der Verfasser auf, wie Schönberg in der
“Glücklichen Hand” auch unter den Bedingungen der Atonalität
ein funktional differenziertes Formganzes herstellt und dabei in der prozessualen
Vermittlung von Struktur und Form die metaphysische Idee des Symphonischen
als einer tönenden Allegorie der “Bewegung der Welt” (Schönberg)
restituiert. |